Ringen Regionalliga Baden-Württemberg
RSV Schuttertal I – RG Lahr I 14:19
RSV Schuttertal III – RG Lahr II 16:16
Der Tabellenführer wurde seiner Favoritenrolle im Lokalderby gerecht. Die Gästestaffel profitierte von ihrem größeren Kader, der ihnen in mehreren Gewichtsklassen deutliche Vorteile verschaffte. Gästetrainer Julian Steinbach: „wir mussten uns in der Vorbereitung entscheiden, welchen unserer ausländischen Athleten wir einsetzen und haben diese Variante gewählt“. Damit haben sie wohl alles richtig gemacht. Für den RSV hingegen kam es in dieser Woche ganz bitter, denn mit Tomi Hinoveanu, der sich verletzt hatte, fehlte eine tragende Säule in diesem Lokalderby. Die Staffel musste in mehreren Gewichtsklassen umbesetzt werden. Trotz dieses erheblichen Mankos konnte das Team fünf der zehn Duelle für sich entscheiden, aber wie so oft waren die höheren Siege der Gäste am Ende ausschlaggebend für den Sieg. Ohne den Ausfall von Tomi Hinoveanu wäre das Derby vermutlich zu Gunsten des RSV ausgegangen. Aber wie sagte schon Lothar Mathäus: „Hätte, Hätte, Fahrradkette“!
Trainer Viorel Ghita: „Wir haben versucht das Beste aus der Situation zu machen. Eigentlich hatten wir keine weiteren Optionen. Natürlich sind wir enttäuscht, aber wir sind trotzdem im Soll und bereiten uns auf die Rückrunde vor, die uns besser liegen sollte“. Obwohl es nur in vier Gewichtsklassen richtig zur Sache ging und die restlichen Begegnungen auf Grund der deutlichen Überlegenheit der jeweils siegreichen Athleten schnell beendet waren, tat dies der Stimmung in der voll besetzten Festhalle in Schuttertal keinen Abbruch. Bemerkenswert ist, dass die RSV-Fans auch den unterlegenen Athleten und dem Team mit ihren Anfeuerungen den gebührenden Respekt erwiesen.
Den Hauptgang bekamen die Ringerfans gleich zum Auftakt des Kampfabends serviert. Was Giorgi Maisuradze (57 Kg, F) und Mihail Lapp auf der Ringermatte veranstalteten war wie von einem anderen Stern und für sich alleine schon das Eintrittsgeld wert. Spektakuläre Aktionen am Fließband und am Ende ein gefeierter 16:9 Punktesieg von Giorgi Maisuradze, der mit zunehmender Kampfdauer das Geschehen auf der Matte diktierte. Im Schwergewicht bestimmte Wladimir Remel von Beginn an das Kampfgeschehen. Er drängte Calvin Keil sofort in die Defensive und sammelte kontinuierlich seine Wertungen. Sein 8:0 Punktesieg, der drei Mannschaftspunkte einbrachte, war ungefährdet. Danach schlug jedoch die Stunde der RG Lahr. Eugen Schell wurde nach kurzer Zeit Überlegenheitssieger über den jungen Adam Mezhi (61 Kg G). Anousch Gorzini (98 Kg, F) wehrte sich nach Kräften, hatte aber gegen den körperlich überlegenen und technisch starken Mohammad Umkhadjiev keine Chance. Die Niederlage durch technische Überlegenheit seines Kontrahenten war unvermeidlich. Mit einer schnellen Schulterniederlage von Felix Himmelsbach (66 Kg, F) gegen Ivan Guidea ging es beim Stande von 5:12 in die Halbzeitpause.
Nach dem Wiederanpfiff wurde Gheorghe Fricatel (86 Kg, G) Schultersieger über den übergewichtigen Erik Wasimiller, der den verhinderten Marc Fischer vertreten musste. Andreas Ams war in die Klasse bis 71 Kg, G aufgerückt und musste gegen Mike Köln eine 1:11 Punkteniederlage hinnehmen. Die RG Lahr war damit fast am Ziel. Auch Luca Munz war eine Gewichtsklasse aufgerückt und traf bis 80 Kg, F auf den stark eingeschätzten Luis Fening. Taktisch klug agierend und kampfstark bot der RSV-Athlet seinem Kontrahenten Paroli und sicherte sich in den entscheidenden und spektakulären Situationen die Punkte zu einem verdienten und gefeierten 4:2 Punktesieg. In der Klasse bis 75 Kg, F wurde vom RSV der junge Ajub Mezhi aufgeboten. Gegen den Top-Athleten Nicolay Kyriakov war er jedoch chancenlos und unterlag deutlich mit 0:16 Punkten. Die Gäste konnten damit den Sieg im wichtigen Lokalderby für sich verbuchen. Der Überlegenheitssieg von Luan Lauer (75 Kg, G) im abschließenden Kampf gegen Lukas Herbertshagen war damit bedeutungslos.



























